F118: Wie Kriegstraumata Generationen prägen
Shownotes
In dieser Folge geht es um transgenerationale Traumata: Wie Erlebnisse von Krieg, Verlust und Unsicherheit bis heute unser Denken, Fühlen und Verhalten beeinflussen.
💡 Darum geht’s: • Warum Du manchmal „funktionierst“, statt zu fühlen • Wieso Nähe, Konflikte oder Druck Dich stärker triggern • Und wie Du erkennst, was wirklich Deins ist
🛠️ Deine Impulse: • Muster erkennen • Gefühle bewusst wahrnehmen • Reaktionen hinterfragen • Darüber sprechen
🤯 Kerngedanke: Du bist nicht verantwortlich für das, was Dir weitergegeben wurde. Aber Du bist verantwortlich dafür, was Du daraus machst.
❓ Frage für Dich: Welche Muster in Deinem Leben könnten eine „ältere Geschichte“ haben?
**Du möchtest mehr über Äinschi erfahren? **
Dann folge Äinschi auf Instagram: Unter _dieMutmacherin teilt Äinschi viele motivierende Einblicke aus ihrem Leben.
Webseite von Äinschi Jacobsen Coaching
Transkript anzeigen
00:00:00: Es gibt Gefühle in uns, für die wir gar nie wirklich verantwortlich waren.
00:00:05: Trotzdem bestimmen sie wie wir lieben, wie wir streiten oder uns zurückziehen.
00:00:11: Vielleicht liegt die Antwort nicht in der Gegenwart sondern in der Vergangenheit unserer Familien.
00:00:29: Das ist Angie's Talk.
00:00:32: Hallo, herzlich willkommen ihr Lieben da draußen zu einer neuen Folge von Angie´s Talk eurem Motivations-Podcast mit mir Angie Jacobsen und meinem Sidekick und Producer Martin W.pusher.
00:00:44: lieber Martin wie geht es dir?
00:00:46: Er geht es großartig und ich freue mich unheimlich auf die heutige Episode, Angie.
00:00:50: Ja wir haben ja jetzt drüber schon ein bisschen gesprochen.
00:00:53: das läuft immer so ab damit ihr ein bisschen Einblick kriegt.
00:00:56: Wir überlegen uns was wir machen können sagen dann Schau mal die Idee hätt ich für den Podcast.
00:01:01: Was hältst du davon?
00:01:02: Und dieses Thema schieben wir schon ein Bisschen aber Ich glaube ist es Zeit darüber zu reden.
00:01:07: Es geht um unser aller Vergangenheit.
00:01:11: Warum haben wir das Thema gewählt?
00:01:14: Es ist, wir sind ja ein Motivations-Podcast.
00:01:17: Das geht um Mut und um Motivation Und vielleicht habt ihr das auch schon mal erlebt und gemerkt Ihr wollt eigentlich motiviert sein?
00:01:25: Ihr seid es auch Aber es funktioniert nicht wirklich.
00:01:28: Irgendwas blockiert da Und... Das kann oft auch daran liegen dass in der Vergangenheit Gefühle geprägt wurden Mit denen du gar nichts zu tun hattest weil's einfach einen Generationen Erbe ist.
00:01:45: Und darüber reden wir heute über unsere Eltern, über unsere Großeltern.
00:01:49: und auch wenn ihr jetzt noch jünger seid hört mal zu denn diese Generationen Prägungen halten an die dauern an sie werden übertragen.
00:02:01: und Heute sprechen wir darüber dass viele unserer Großelter Eltern im ersten oder auch zweiten Weltkrieg aufgewachsen sind, vielleicht sogar noch erlebt haben.
00:02:12: Eine Zeit geprägt von Verlust,
00:02:15: Angst,
00:02:16: Hunger, Flucht, Unsicherheit und das alles sind Gefühle die sehr wichtig sind und die man ausdrücken sollte.
00:02:25: aber das Entscheidende ist und deswegen sprechen wir drüber.
00:02:28: damals wurde nicht darüber gesprochen und er Martin nickt schon die ganze zeit.
00:02:33: der hat es nämlich auch sehr intensiv erlebt, vielleicht manchmal gar nicht wissend warum jetzt der Papa oder der Opa so reagiert.
00:02:41: Martin?
00:02:42: Das ist so.
00:02:43: meine Eltern sind ja schon vor dem Zweiten Weltkrieg geboren.
00:02:46: mein Vater war als Sanitätssoldat im Krieg.
00:02:49: Meine Mutter war auf der Flucht.
00:02:51: ich habe ihr Fluchttagebuch gelesen.
00:02:54: wirklich sehr beeindruckend.
00:02:56: also genau das was du gesagt hast Hunger Angst Verlust Tod und zwar so unmittelbar für eine junge Frau ganz dramatisch.
00:03:05: Und ich möchte mir gar nicht ausmalen, was mein Vater im Krieg auch tatsächlich alles erlebt hat als Sanitäter.
00:03:11: Ich glaube dass für jeden von uns es vielleicht ein bisschen anfassbar wird ist wenn halt wirklich das Grauen neben dir wohnt und das grauen auch flasst in dir wohnd.
00:03:23: Das macht dich manchmal stumm, das macht dich vielleicht manchmal hart aber das macht sich auf jeden Fall für die Generation der Kinder die dann kommen anders.
00:03:33: Und das ist das, was wir heute ein Stück weit beleuchten wollen lieber Angie.
00:03:37: Wichtig ist mir dabei nochmal zu sagen dass damals wirklich über Gefühle nicht gesprochen wurde.
00:03:43: ich kenn's von meinem Papa sehr extrem.
00:03:46: noch setze wie jetzt reiß dich mal zusammen jetzt hör auf zu jammern machen ja.
00:03:53: und auch der Satz gefühle bringe dich jetzt nicht weiter komm geht jetzt los.
00:03:59: Das heißt ja auch ein Begriff, könnt ihr googlen.
00:04:02: Das ist eine richtige Wissenschaft.
00:04:04: Man nennt es transgenerationale Traumata die da entstanden sind.
00:04:10: und Martin was bedeutet das eigentlich?
00:04:12: Blick mal bisschen so tiefer rein.
00:04:14: Ja das sind die unverarbeiteten Erlebnisse einer ganzen Generationen die an die nächste weitergegeben werden.
00:04:20: also dass was unsere Eltern vielleicht selber erlebt haben oder Wir brauchen die jetzt Zeit zu gucken, diejenigen auf der Flucht waren.
00:04:28: Die aus Syrien oder wo auch immer hier nach Deutschland gekommen sind.
00:04:31: Sie haben ein eigenes Verhalten und eine besondere Erziehung mitgenommen.
00:04:37: Und sie haben emotionale Muster und häufig unausgesprochene Regeln, die uns manchmal von außen eher unverständlich erscheinen, aber das sind natürlich Traumata die sie halt von Flucht und Krieg von Vertreibung von allem drum und dran mitgebracht haben.
00:04:53: Und Angie ich glaube wenn wir da mal reinschauen was sind denn so?
00:04:56: die typischen Weitergaben die von den Eltern an ihre Kinder weiter gegeben sind?
00:05:02: Du hast es angesprochen ist natürlich auch emotionale Distanz ja wenn ich die Sorge habe dass sich jemanden verliere Denn es ist vielleicht ganz gut, wenn meine Beziehung nicht so intensiv ist um auch selbst nicht daran unterzugehen.
00:05:14: Was könnte noch ein mögliches Motivationsprinzip sein der Dinge die an uns weitergegeben wurden?
00:05:21: Zum Beispiel, dass man keine Nähe zulassen kann.
00:05:23: Ich erinnere mich schon wenn meine Mama immer gesagt hat die sehr sehr lieb war also meine mama war da Hat das glaube ich ganz gut überwunden zumindest so kam es mir rüber.
00:05:33: Sie hat dann immer gesagt weil mein papa war relativ distanziert und sagt der Papa der liebt euch schon Der kann das nur nicht so zeigen Das weiß ich noch das hat sie ganz oft gesagt Er konnte die nähe nicht zulassen War ganz selten dass der Papa uns mal gedrückt hat Ja das gab's gar nicht.
00:05:50: Was ich dazu noch ganz wichtig sagen möchte, Martin.
00:05:54: Das wurde ja auch nicht angesprochen und da wurden ja keine Worte gewechselt oder es wurde ja... Meine Mama hat das jetzt mal ein bisschen gemacht aber die hat auch nicht gesagt weißt du der Papa hatte eine schwere Kindheit?
00:06:04: Oder der Papa hat das und dass er lebt?
00:06:06: deshalb ist das so sondern es wurde reines Verhalten weitergegeben Und ist doch klar, dass du als Kind jetzt nicht verstehst warum drückt dich der Papa nicht.
00:06:17: Oder warum sind deine Eltern nie da?
00:06:20: Gibt es bestimmt Zick von euch, die das Wissen sagen ja meine Eltern haben immer nur gearbeitet.
00:06:25: Da war dieser Druck.
00:06:26: du musst es mal besser haben.
00:06:27: Du musst arbeiten damit es dir besser geht wie der Generation vorher.
00:06:32: Sicherheit musste her Und ganz oft auch Schuldgefühle Die dann hoch kommen ohne eigentlich zu wissen Warum.
00:06:43: Und es sind alles diese Muster, die dieses sogenannten Kriegsenkel oder auch Kriegskinder mit sich tragen.
00:06:51: Jetzt sind wir im Jahr twenty-fünfundzwanzig.
00:06:53: Der Krieg war zu Ende, nineteenhundertvierzig ging's zu Ende.
00:06:56: Das ist natürlich eine lange Zeit aber überleg mal ich bin geboren in fünfundsechzig.
00:07:01: das war gerade mal zwanzig Jahre nach Kriegsende und Ich erinnere mich schon sehr daran dass ich habe meine Großeltern auch noch erlebt.
00:07:09: da musste man funktionieren Ja?
00:07:12: Oder typischer Satz, Martin.
00:07:13: Das ist ja das was wir jetzt seit zwei Jahren versuchen unseren Zuhörerinnen immer wieder mitzugeben.
00:07:20: Frag
00:07:21: wenn du Hilfe brauchst hol dir Hilfe.
00:07:23: frag die Menschen in deinem Umfeld.
00:07:25: früher war der Tenor ich darf niemanden zur Last fallen.
00:07:28: Ich darf keine Gefühle zeigen.
00:07:30: Gefühlen konnten auch gefährlich sein in Kriegszeiten.
00:07:33: Du musst es ja funktionieren.
00:07:35: Ich erinnere mich auch, Martin.
00:07:37: Ich weiß nicht wie es in deiner Familie war.
00:07:39: Ich erinner mich und ich sage das jetzt mal so weil... Es ist nicht mein Ding!
00:07:45: Also man hat ja dann auch geschwiegen wenn irgendwas vorgefallen ist.
00:07:50: Zum Beispiel habe ich in der Familie mehrere Menschen gehabt die Alkoholiker waren Ja?
00:07:55: Und wir haben ja da mal googelt.
00:07:57: Martin Kann man sagen dass der Alkohl-Konsum irgendwie sich verändert
00:08:01: hat.
00:08:02: Ich weiß, dass der Alkohol-Konsum in der Nachkriegsgeneration ja insbesondere so in den Sechziger bis hinein.
00:08:07: In die Achtziger Jahre halt wirklich deutlich höher war als zum Beispiel heute.
00:08:12: weil Alkohl war natürlich die Dämpfungsdroge ich würde es mal so formulieren dann erschien das Leben ein bisschen leichter ein bisschen weniger anstrengend vielleicht auch ein bisschen weniger gefährdet und das war ein extremen gesellschaftlich akzeptiertes Genussmittel.
00:08:30: Immer dann, wie kennen das vielleicht?
00:08:31: Wenn es so brenzlig wird.
00:08:32: Da gibt dem Mann mal einen Schnaps.
00:08:34: Dann kommt er wieder auf Vordermann.
00:08:35: Das sind so Übertragungen aus unserer Elterngeneration die lange Zeit wirklich den Alkohol zu einem ja... Wie soll ich das sagen?
00:08:46: nicht Afrodir gumm Lange Zeit
00:08:51: So ein Heil-Ding.
00:08:52: Ich erinnere
00:08:52: mich, Martin, du hast bestimmt auch mal so einen Kriegsfilm... Irgendwann hat man das mal geguckt, so einem typischen Kriegsfilmen und dann, was weiß ich im Bein?
00:09:02: Die Kugel ist da eingetreten und dann wurde irgendwo außer Ecke eine Flasche Schnaps rausgezogen.
00:09:08: die musste die Personen trinken, dann wurde noch über das Bein geschüttet.
00:09:11: aber nicht nur Kriegsfirm, auch in den Westernen egal immer wenn es irgendwie um so blutige Sachen ging war immer Alkohol im Spiel.
00:09:19: Das ist fast schon zum Lachen, die Sache.
00:09:21: Aber noch heute glaube ich denken viele so jetzt wenn ich jetzt einen Whiskey dann kann ich alles erreichen und das ist ja auch so.
00:09:28: Das trägt sich so durch und ich glaube auch dieser Alkohol-Konsum ist einfach ein Kriegs Traumata dass wir haben.
00:09:35: also ich habe mittlerweile überhaupt kein Verlangen mehr nach Alkohl der macht mich nicht stärker er macht mir gar nichts er bringt nix.
00:09:41: es ist gerne noch ein Genussmittel.
00:09:44: wenn jemand sagt ich möchte mein Gläschen weinen aber damals da war das ja Ja, so jetzt wird es besser.
00:09:51: Jetzt wurde ja auch gehandelt mit Alkoholika im Krieg.
00:09:55: Und meine Eltern haben – ich kann mich noch daran erinnern – die haben in der letzten Zeit aus dem Jahr bestätigt.
00:10:00: Da gab es selbstgebrannten Stachelbärschnapps.
00:10:04: Ui!
00:10:06: Weil es gab nichts anderes?
00:10:07: Also muss man das halt selber machen.
00:10:09: Aber bevor wir vielleicht in die Lösungsmechanismen reinkommen, was mir noch aufgefallen ist aus der Generation meiner Eltern Auch dieses Wording falle nicht auf.
00:10:21: Also du solltest es zwar besser haben, aber rage nicht aus der Masse halt heraus!
00:10:27: Das ist an Gedenkens der Nazi-Zeit.
00:10:30: bis fünfundvierzig war natürlich das Prinzip wer auffällt, der geht in Knast oder noch Schlimmeres.
00:10:36: und das war so ein bisschen die Gewohnheit oder die Gewöhnung daran Nicht aufzufallen und das ist etwas was unsere Eltern Und meine Eltern, ich habe noch vier weitere Geschwister uns ein Stück weit mitgegeben haben.
00:10:49: Ich hab mich dann immer gefragt was soll das?
00:10:53: Meine Mutter bleibt doch schön durchschnittlich!
00:10:56: Da bin ich immer an die Decke gegangen wenn ich das gehört habe.
00:10:59: Ich wollte auch etwas außergewöhnliches machen und meine Mutter aus dem Prinzip der Erfahrung hat gesagt ja schön durchschnittig bleiben immer schön Kopf nach unten und immer schön in der Masse.
00:11:09: mit schwimmen
00:11:11: kenne ich ganz genau so Martin, dieses bloß nicht auffallen und auch bloß sich dass die Nachbarn jetzt irgendwas mitkriegen was nicht der Norm entspricht.
00:11:20: Also bei uns war es wirklich so, mein Papa hatte ja bereits da waren meine Schwester noch nicht geboren.
00:11:25: also meine Mutter war schwanger mit meiner Schwester.
00:11:30: Ende twohneinzehntsechzig war das und mein Papa hat Krebs bekommen Kieferkrebs im Gesicht im Knochen und ich weiß... Also die Mama hat's mir erzählt Ich weiß es nichts.
00:11:40: sie hat's mehr erzählt dass sie im Krankenhaus war, damals in Gelsenkirchen mit einem Ruhrpott.
00:11:45: Das war ja sowieso die eine der zerstörten Städte Deutschlands und die Schwestern haben meiner Mutter gesagt, die mit dem hoch schwangeren Kind im Bauch kam um ihren Mann zu besuchen.
00:11:58: Bitte stellen Sie sich darauf ein, dass sie alleinerziehende Mutter werden.
00:12:02: Sie werden eine Wittbe sein weil man beim Vater eben gesagt hat, dass wir da nicht überleben.
00:12:08: Er hatte es überlebt unter sehr hohen Schmerzen.
00:12:11: Das war eine ganze...dem ist der halbe Kiefer weggenommen worden.
00:12:14: damals und im Nachhinein weiß ich er hat schon relativ viel Alkohol getrunken.
00:12:21: jetzt nicht irgendwie so das er Übergriffig wurde überhaupt nicht, aber mein Vater war oft betrunken.
00:12:27: Ich erinnere mich da auch gut daran.
00:12:29: und was war die Geschichte?
00:12:30: Dass?
00:12:31: ich kenne es nicht dass man bei uns spontan kommen konnte zu uns.
00:12:35: Es war immer das wusste aber auch jeder.
00:12:37: also nicht weil sie meine mutter hat eine grenze geschaffen Eine eine unsichtbare.
00:12:43: wenn man zu uns wollte musste Man sich vorher melden oder man wurde an der tür abgewiesen weil das konnte Immer sein, dass der Papa gerade einen über den Durst gedrucken hatte und die Mama wollte nicht das, was die Umwelt da draußen mitbekommt.
00:12:55: Weil sie war ja wer in Bayern.
00:12:58: Wir waren hier hingezogen und sie wollte diesen Schein wahren!
00:13:01: Und ich offenbare euch jetzt etwas.
00:13:04: mir tut es nicht mehr weh, das zu sagen weil noch immer gibt es so viele Menschen, die den Schein Waren wollen und sich damit verstecken.
00:13:13: Das kann wirklich alles daherkommen, dass unsere Großeltern schon geschwiegen haben, Martin hat es gerade sehr gut erklärt.
00:13:21: Nicht weil sie kalt waren sondern weil sie es nicht erzählen wollten konnten, weil ihnen eingetrichtert wurde fall bloß nicht auf sonst passiert was.
00:13:31: und auch noch heute gibt das ja dieses typische grad bei Männern wie du weinst jetzt ja?
00:13:37: Männer weinen nicht!
00:13:39: Das sind einfach Traumata aus der Vergangenheit gelernt, die wurde nicht weitergegeben und deshalb ist es auch heute ein Thema.
00:13:53: Es berührt mich auch sehr ja?
00:13:55: Es ist ein Thema das wir heute ansprechen wollen weil's so wichtig ist zu verstehen warum das so ist.
00:14:04: und vielleicht jetzt liebe Zuhörerinnen lieber Zuhörer denkt doch mal bisschen nach reflektier mal nach dem Podcast Ob du vielleicht in deiner Familie sowas bemerkst oder bemerkt hast.
00:14:17: Warum ist Nähe so schwierig?
00:14:18: Hat dein Papa dich nie drücken können, oder deinen Opa?
00:14:21: Warum
00:14:22: triggern dich gewisse Konflikte wo du
00:14:24: überhaupt nicht weißt?
00:14:25: warum
00:14:26: nervt dich das jetzt so stark?
00:14:29: Oder warum funktionieren wir obwohl wir eigentlich innerlich schon fertig sind?
00:14:37: aber machen weiter Die Maschine muss laufen, hat mein Papa auch immer gesagt.
00:14:41: Die Maschine muss weiterlaufen!
00:14:43: Das muss gehen ja und wenn wir das erkennen dann können wir auch Verständnis dafür aufbringen.
00:14:53: Und auch ganz wichtig Manchmal leben ja die also meine Großeltern leben nicht mehr Meine Eltern leben auch nicht mehr.
00:15:00: Aber wenn ich jetzt ein Verständnis dafür habe Ich hab's schon bisschen früher gehabt aber Wenn ich es selbst wenn sie tot sind dass verständnis bekomme Dann kann ich auch in Frieden für mich wiederfinden und innere Blockaden lösen.
00:15:14: Das Dramatische ist ja wirklich, dass die Generation der Kriegsgeneration vielleicht noch die Nachkriegsgeneration das Thema der emotionalen Sprache gar nicht gelernt hat.
00:15:23: Es gab ja auch damals noch keine Podcasts muss man fairerweise sagen.
00:15:27: Und was wir im Fernsehen als Rollenbilder vermittelt bekommen haben, hat sich erst nivelliert Als die Vielfalt der sozialen Medien von YouTube und noch mehr Fernsehsender kam, da hat sich das Thema tatsächlich ein bisschen verändert.
00:15:43: Und dennoch wissen wir auch aus der Forschung heraus dass ganz viele von diesen Dingen über die wir gesprochen haben fest in den Menschen verankert sind und sie manchmal fast wie Ahnungslos vor dem eigenen Spiegel stehen, was passiert da jetzt gerade?
00:15:57: Sondern das ist tief in uns drinnen verwurzelt.
00:15:59: Weil dieses Verhalten heute immer noch in vielen Menschen halt wirklich tief verwurzelnd ist.
00:16:04: und dennoch müssen wir eins erreichen liebe Angie Wir wollen uns ja von diesen Dingen befreien.
00:16:10: Und die Frage die ich natürlich an dich habe wenn wir jetzt ein Stück weit nach vorne gucken Was können wir denn unseren Hörerinnen und Hörern mitgeben um aus dieser Ja aus dieser Last der Vorgeneration heraus durchzuatmen und den Rücken gerade zu machen, tief durchzuhalten.
00:16:30: Und zu sagen das sind Dinge die habe ich zwar erfahren von meinen Eltern aber sie sind nicht mehr meine Themen
00:16:38: da kannst du einiges tun.
00:16:39: Ich möchte aber vorne weg nochmal sagen wenn Du merkst es ist ein Thema dass dich sehr sehr sehr seelisch jetzt emotional beansprucht dann überleg Dir bitte auch professionell finden professionelle Hilfe dazu zu holen, denn wir sind ein Podcast.
00:16:53: Der soll dich deine Emotionen wecken der soll deine Reflexion wecken, der soll dir Motivation geben.
00:17:01: aber wir sind kein therapeutisches Medium für dich.
00:17:04: also Wir geben dir jetzt einfach ein paar Hilfestellungen.
00:17:09: Martin Ganz konkret und das haben wir bei ganz vielen Sachen schon gesagt egal was ist wenn Probleme auftauchen benennen Was es ist?
00:17:18: Also sprechen, ja.
00:17:20: Genauso wie wenn du merkst es passiert irgendwas.
00:17:22: das hat man glaube ich kürzlich auch in dem Podcast Es passiert irgendwas dann sag zu dir mach die Augen zu und sag kurz mein Puls geht gerade hoch Ich bin sehr wütend.
00:17:30: jetzt Okay Und wenn du das schon machst und benennst dann merkst du schon wie's wieder einfacher wird.
00:17:37: und Bezüglich dieses übernommenen Musters Vielleicht mal wenn Du reagierst auf
00:17:43: etwas
00:17:44: wo du nicht sagst Ja dass kommt weil ich Angst vor Hunden habe oder das hab ich immer schon.
00:17:49: Wenn du merkst, du weißt nicht warum?
00:17:51: Dann überleg doch mal.
00:17:53: Könnte das ein übernommenes Muster sein?
00:17:56: und falls ja dann ist das schon ein riesiger Schritt und es schafft einen gewissen Abstand.
00:18:01: Hey Gigi wenn dir so bestimmte Muster auffallen ist es ja wichtig nicht nur in sich hinein zu grübeln sondern dass auch zu einem Thema zu machen mit vertrauten Persönlichkeiten.
00:18:12: also wenn man einen Coach hat dem coach natürlich zu erzählen was einem da wiederfahren ist.
00:18:16: aber das können natürlich Freunde, das können natürlich auch die Familie sein.
00:18:21: Ich glaube dass es wichtig ist es zu verbalisieren.
00:18:25: also wer darüber spricht auch wenn so ungewöhnliche Themen aufkommen er hat ja zumindest mal einen Punkt gemacht und kommt aus dem Schweigen raus weil Schweigen war das Thema unserer Elterngeneration und unser Thema ist es ja es zu verbalisieren es an die Oberfläche zu bringen.
00:18:44: Erinnerst du dich vielleicht Martin bei Familienfesten früher, ich weiß noch wenn mein Opa oder so dabei war und die haben dann vielleicht nach zwei drei Gläschen Bier angefangen ein bisschen zu erzählen.
00:18:56: Und irgendeiner war immer am Tisch der gesagt hat ah lass mal den Opa er erzählt wieder einen vom Krieg.
00:19:01: kennst du den Ausdruck?
00:19:02: Der erzählt wieder einem vom Kriege.
00:19:04: das war so.
00:19:04: dieses Lass den mal erzählen, man wollte das irgendwie nicht hören so richtig.
00:19:10: Andererseits ist es so wichtig.
00:19:11: ich erinnere mich an einen Weihnachtsfest Das ist gar nicht so lange her.
00:19:15: Ich glaube drei vier Jahre.
00:19:16: da hat meine Mama auch noch gelebt und da war auch mein bester Freund damals noch dabei beim Weihnachts fest.
00:19:22: und unsere Kinder mit deren Freunden.
00:19:25: Irgendwann höre ich, wie einer von den Jüngeren sagt ja erzähl doch mal Trudel.
00:19:29: Also meine Mama erzählt auch mal Wie war denn das im Krieg?
00:19:32: Und dann hat sie bisschen erzählt es hat jetzt nicht unser Weihnachtsfest irgendwie in negative Stimmung ganz im Gegenteil.
00:19:38: Ich fand sehr schön dass die Kinder sich interessiert haben und die mama hat Mal erzählen können.
00:19:43: Sie hat da früher schon oft erzählt aber Das auch mal weiter geben können weil ich glaube dass heutzutage Den jungen menschen nicht so klar ist auch wenn sie über Menschen, die nach Deutschland flüchten wird hier nicht alle über ein Kamm scheren aber es gibt viele.
00:19:58: Die haben wirklich fürchterlich das erlebt.
00:20:01: Deswegen sind sie ja auch in einem land.
00:20:03: versuchen Sie zu kommen wo's ihnen nicht so geht und wenn uns mal bewusst ist was die erlebt haben Wenn dann so eine oma erzählt was sie da erlebt hat Ja Das ist schon Schon tiefgreifend.
00:20:15: nochmal meine bitte an euch Redet mit der Familie, redet mit Freunden so wie wir das gemacht haben.
00:20:21: Aber wenn ihr merkt es triggert euch sehr sehr sehr und geht sehr tief dann ist auch nicht der Coach der richtige Ansprechpartner Dann ist es der Therapeut und nutzt dass dann bitte weil dann Endet auch des Schweigen an fängt es sprechen an.
00:20:34: sehr sehr wichtig das zu tun.
00:20:36: ja Und noch ein Punkt Martin Ich weiß ich wie's dir gibt ich kenne dich als sehr offenen Menschen Aber du bist halt auch ein Mann in einer Generation geboren, wo man über Gefühle ja auch nicht wirklich so spricht.
00:20:53: Ich glaube, du hast es auch lernen müssen?
00:20:56: Schmerzlich muss ich fairerweise sagen weil wenn ich auf meine jüngere Zeit zurückgucke da war ich emotional natürlich Da, aber ich konnte sie überhaupt nicht ausdrücken.
00:21:08: Ich konnte sie gar nicht verbalisieren.
00:21:10: Selbst das Wort ich liebe dich also für meine Lebenspartnerin, für meine Ehefrau ist mir nur schwerlich über die Lippen gegangen.
00:21:16: Warum auch immer?
00:21:18: Aber ich habe das Gefühl, dass sind so ein bisschen ja die Erdlasten, die man da so ein bissel mitträgt und das Interessante ist.
00:21:26: mich hat letztens eine Diskussion mit einem Unternehmer gehabt.
00:21:29: dann fragte er mich manchmal hatte schon wieder in der Erkältung was los?
00:21:34: Was ist denn mit dir im Inneren los?
00:21:36: Und dann hat er mir gesagt, da sind irgendwelche Gefühle.
00:21:40: Das kann ja ein Business-Gefühl sein, das kann ein Privatgefühl sein aber irgendetwas ist da nicht in Balance.
00:21:46: und dieses Thema Gefühlen für sich zu verstehen, zu verbalisieren vielleicht sie neu zu lernen, Angie!
00:21:53: Das ist ein ganz ganz wichtiges Element und ich erinnere mich an eine der frühen Podcast Sendungen Da hast du von deinem Tisch erzählt, dass er gut stehen muss.
00:22:04: Das sind ja die unterschiedlichen Säulen, die wir in unserer Persönlichkeit auch brauchen.
00:22:08: Da gehört das Business dazu also die Arbeit der Lebenserwerb da gehört nicht das Private dazu vielleicht das Umfeld, die Liebe, die Familie mit allem drum und dran arbeiten, da gehört natürlich auch der Sinn des Lebens mit dazu.
00:22:20: Und wenn wir über Gefühle sprechen so sollten wir nicht nur über das sprechen was uns in der Vergangenheit betroffen hat, sondern auch das, was wir uns wünschen.
00:22:28: Also wenn wir nach vorne gucken lieber Angie.
00:22:31: Sehr sehr schön beschrieben.
00:22:32: ich werde darauf achten, wenn du wieder eine Erkältung hast Martin weil dann ist etwas nicht im Balance.
00:22:37: ihr Lieben!
00:22:38: Der Tipp den wir euch mitgeben ist lernt eure Gefühle neu kennen und traut euch zu spüren reinzuspüren in euren Körper.
00:22:50: Was passiert da?
00:22:51: So wie es Martin gemacht hat?
00:22:52: ja Ich glaube, es stimmt wenn ich sage.
00:22:56: Es klingt so einfach aber das ist revolutionär Wenn du dann plötzlich die Erkenntnis hast oh ja jetzt habe ich dir Kältung weil jetzt erinnere ich mich da war doch wieder die eine Sache ich komme da nicht so ganz drüber weg.
00:23:07: sehr gut Martin was hältst Du von Mustern?
00:23:12: Was heißt das überhaupt ein muster zu haben für irgendwas?
00:23:17: Ja Muster sind wahrscheinlich überleg jetzt gerade laut so festgefügte Folgen von Verhaltensweisen.
00:23:27: Ich werde angeschrieben und ich schreihe sofort zurück als Beispiel, das ist ein klasse Klassisches Muster.
00:23:34: Das andere Muster wäre jemand ist nicht gut zu mir und ich gehe nicht in Dialog sondern ich ziehe mich zurück.
00:23:42: Bei Männern würde man sagen sie gehen zurück in ihre Höhle um das mit sich selber auszumachen kommen dann nach acht vierzig Tagen wieder raus und haben es vergessen.
00:23:49: ja also oder dieses Thema, ich habe keine wirkliche Leidenschaft mehr.
00:23:56: Ich bin nur noch am Funktionieren und ich bin nur der Hausmeister hier aber nicht mehr der Partner als Beispiel.
00:24:03: das sind so viele Muster die man vielleicht auch erkennen kann wenn man mal einen Schritt zurück geht und sich aus der Hubschrauber Perspektive selbst betrachtet wie man sich unten auf dem Spielfeld des Lebens tatsächlich bewegt.
00:24:19: Würdest du das auch so sagen, dass es ein Muster ist?
00:24:21: Genau.
00:24:21: Richtig!
00:24:22: Und jetzt kommt der Punkt.
00:24:23: Nehmen wir mal….
00:24:24: Du hast ein ganz tolles Beispiel gesagt dieses «Du wirst angeschrien und schreiß zurück» oder etwas passiert.
00:24:28: Du bist wütend und du schreist zurück und vielleicht in eine Minute später denkst du,
00:24:32: warum schrei
00:24:32: ich denn so?
00:24:33: ja?!
00:24:34: Ist übrigens ein Ding ….
00:24:36: Das ist so ein Musta, das ich auch habe – Ich weiß noch mit meinem Hund wenn da irgendwie Gefahr kamen andere dann hab' ich immer ganz laut geschrien Was ja nichts bringt, man muss ja ruhig bleiben.
00:24:48: Ich konnte es nicht ich musste das erst wirklich lernen.
00:24:50: bis heute kann ich's glaube noch nicht richtig weil Es ein altes muster ist.
00:24:54: und jetzt kommt der punkt wenn du merkst sowas passiert wie dieses schreien oder was Du gerade alles erzählt hast dann hinter frag doch mal Ist das wirklich ein muster von mir?
00:25:05: Oder habe ich das gelernt über meine Vorgenerationen und mitgenommen?
00:25:10: Und dieses Schreien, muss ich ganz ehrlich sagen.
00:25:12: Das ist von mir, von meinen Generationen!
00:25:15: Weil...
00:25:16: Ich
00:25:17: hab' das für mich nicht gelernt.
00:25:18: Ich hab's dann übernommen.
00:25:20: Dann muss ich natürlich da, kann ich jetzt dann zu einem Coaching gehen und sagen hey, das möchte ich auflösen.
00:25:25: Was kann ich denn tun damit ich dieses Muster gleich loszubölten?
00:25:29: Auflöse kann?
00:25:30: ja noch ein ganz wichtiger Punkt Martin finde ich fast den allerwichtigsten generell zu dieser Folge.
00:25:39: Sowohl in der Gegenwart, also sowohl für flüchtende Menschen die hier sind weil das gerade sowieso so selten der Fall ist dass wir das zeigen und auch für die Generation vor uns.
00:25:50: es ist doch nicht schön zu sagen Mensch mein Vater ich mag mit ihm gar nichts mehr zu tun haben er ist so hart der isso was auch immer entwickelt Mitgefühl.
00:26:02: Das ist nämlich, diese ganze Geschichte ist ein Verständnesthema.
00:26:06: Wie wir vorhin schon gesagt haben wenn du verstanden hast das Ganze ist so weil sie es nicht anders konnten.
00:26:15: das heißt übrigens Nicht dass man ein Leben lang sagen muss euch bin schon so geboren worden ich hatte eine schlechte Kindheit.
00:26:22: Du kannst immer etwas verändern in deinem leben.
00:26:26: aber für die die vielleicht schon verstorben sind Ein Verständnis Aufbringen, keinen Vorwurf machen sondern ein Verständnis aufbringen.
00:26:34: Denn unsere Eltern haben möchte ich zu fast hundert Prozent sagen Unsere Eltern haben immer versucht ihr Bestes zu geben Mit dem was sie selbst gelernt haben und wenn du schlechtes gelernt hast kannst du nur schlechtes geben.
00:26:52: wahre Worte lieber Angie.
00:26:54: Kommen wir mit einer Reflektionsfrage mit einer Idee Zu unseren Hörerinnen und Hörern die vielleicht wenn sie aufmerksam zugehört haben, sagen gibt mir noch mal einen Impuls-Angie damit ich das was ich gerade gehört habe richtig für mich einordnen kann.
00:27:12: Ja heute darf ich die Reflexionsfrage sagen ihr Lieber, ihr Lieben welche Verhaltensmuster in deinem Leben fühlen sich an als hätten Sie eine ältere Geschichte?
00:27:28: Martin, heute echt?
00:27:29: Ich merke richtig.
00:27:31: Das ist eine energetische Folge.
00:27:32: die zieht sowohl ab als auch das sie gibt.
00:27:35: es ist
00:27:36: heftig ja wichtig mir auch noch mal zu sagen zu allem was wir heut gesagt haben Wir sind nicht für das verantwortlich was uns unsere frühen Generationen weitergegeben haben aber wir sind dafür verantwortliche was wir daraus machen.
00:27:59: Lass dir das mal bitte noch einmal ganz in Ruhe durch den Kopf gehen.
00:28:02: Du bist immer verantwortlich für das, was du tust und Das war jetzt heute wahrscheinlich kein leichter aber ein sehr wichtiger Blick zurück Denn der blick ging auf das was uns geprägt hat Ohne dass wir geschrien haben.
00:28:17: ja das will ich ja Ich will es.
00:28:19: Wir haben nunmal viele dinge mitbekommen von unseren vergangenen Generationen die wir vielleicht gar nicht unbedingt haben wollten.
00:28:28: Wenn wir aber diesen Blick
00:28:29: machen,
00:28:31: dann verstehen wir warum es so ist dass heute das und das passiert.
00:28:36: ja.
00:28:37: Und jetzt zurück zu unserer Motivation denn wir sind ein Motivations Podcast.
00:28:41: wenn du jetzt manchmal merkst Es geht nicht weiter.
00:28:45: du bist blockiert Du kommst da nicht ran.
00:28:49: Dann kann es sein Dass es nicht fehlende Motivaton ist sondern dass sich dein Antrieb blockiert hat aufgrund der Vergangenheit, die du noch nicht bearbeitet hast.
00:29:02: Das sind Schutzmechanismen unserer vergangenen Generation.
00:29:05: Die sind nun mal da aber du musst dich davon lösen und ich wiederhole jetzt nochmal was ich gerade vorhin gesagt habe Du bist nicht verantwortlich für das was dir weitergegeben wurde Aber du bist verantwortlicht dafür Was du daraus machst.
00:29:22: Wir wünschen euch eine schöne Woche.
00:29:24: Macht was draus.
00:29:26: Liebe Grüße, das waren Martin und
00:29:34: Angie.
00:29:43: Tschüss!
Neuer Kommentar