F116: Das Klassentreffen

Shownotes

In dieser Folge sprechen wir über die emotionale und psychologische Dynamik von Klassentreffen – und warum sie oft mehr über uns selbst verraten als über die Menschen, die wir treffen.


💡 Inhalte der Folge: • Warum wir bei Klassentreffen sofort in alte Rollen zurückfallen • Wie unser Gehirn Menschen in „alten Versionen“ speichert • Warum Vergleiche automatisch entstehen • Was wirklich passiert, wenn Vergangenheit auf Gegenwart trifft • Wie viel Selbstbild in solchen Begegnungen steckt

Ein Klassentreffen zeigt uns nicht nur, wie andere sich verändert haben – 👉 sondern wie sehr wir selbst bereit sind, Menschen und uns neu zu sehen.


🎯 Reflexionsfrage 👉 Sehe ich die Menschen von früher heute wirklich neu – oder nur ihre alte Version?

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Transkript anzeigen

00:00:00: Es gibt kaum ein Ereignis, das so viele Emotionen auslöst wie ein Klassen-Treffen.

00:00:07: Werden Sie mich noch erkennen?

00:00:09: Wäre ich noch dazugehören?

00:00:11: Habe ich eigentlich genug aus mir gemacht?

00:00:14: Hoffentlich erkenne ich die anderen noch!

00:00:23: Wie unterhaltsam, unerschütterlich und unglaublich empathisch.

00:00:28: Das ist Angie's Talk!

00:00:32: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Angie´s Talk.

00:00:35: Und heute ich muss schon richtig schmunzeln lachen.

00:00:38: Es geht um ein Thema das mir dieses Jahr bevorsteht Ein Klassentreffen.

00:00:44: Hallo Martin schön dass du dabei bist und gleich eine Frage an dich Warst Du schon bei einem Klassentreffen?

00:00:50: Unbedingt und es ist großartig.

00:00:52: Man lernt nicht nur etwas über die anderen, sondern vor allen Dingen über sich selber.

00:00:56: Oh ja!

00:00:57: Und das ist ja wirklich emotional so ein Klassentreffen... Ich erinnere mich noch an früher ich bin ja jetzt schon ein älteres Semester aber bei den ersten Klassentreffen da wolltest du ja auch so bisschen protzen und zeigen was aus dir geworden ist.

00:01:10: Ja Was passiert denn bei so einem Klassentreffen Martin von unserem Kopf her?

00:01:16: Angie das ist wirklich Unheimlich spannend, weil unser Gehirn ja sofort in alte soziale Musteralte einspringt.

00:01:24: In der Sozialpsychologie zum Beispiel in der Social Identity Theory geht man davon aus dass wir Menschen sehr schnell immer wieder in frühere Gruppenrollen zurückfallen.

00:01:36: das bedeutet Wir erinnern uns nicht nur an Personen sondern an deren damalige Rolle in unserem System.

00:01:44: Das ist das Spannende daran.

00:01:46: Oh, und das ist sehr spannend.

00:01:47: Und wenn ich mich so erinnere... Ich muss wirklich die ganze Zeit schmunzeln!

00:01:50: Weil wir haben ja alle eine Rolle gehabt.

00:01:53: Sei es der Streber, sei es der Klassenklauen, sei's die Schöne oder der Lehrer-Liebling whatever.

00:02:00: Ja?

00:02:00: Ich meine, ich hatte auch meine Rolle.

00:02:02: Und witzig ist dann später, wenn man Leute trifft zu erfahren wie haben die einen eigentlich gesehen?

00:02:10: Ich würde gerne mal eintauchen in diese ganze Dynamik eines Klassentreffens.

00:02:15: Da gibt es ja verschiedene Sichtweisen, verschiedene Konstellationen.

00:02:20: Lass uns mal gleich rein starten Martin in diesen automatischen Vergleichsmodus und ich möchte vorne weg sagen das muss nicht immer so sein!

00:02:30: Nicht jeder empfindet das so mancher geht ganz lässig hin macht sich gar keine Gedanken vorher.

00:02:34: aber wir beleuchten mal alle Möglichkeiten.

00:02:37: Und dieser Vergleichs Modus übrigens Social Comparization nennt man das Das ist etwa sobald Menschen aus der Schule wieder aufeinandertreffen, legt sich so ein psychologischer Schalter um.

00:02:51: Wo stehe ich heute im Vergleich zu den anderen?

00:02:54: Da gibt es sogar eine Theorie dazu von Leon Festinger Die sagt, das ist ein sozialer Vergleich der dann einfach im Kopf anspringt.

00:03:02: Welche Karriere haben wir gemacht?

00:03:04: Wer hat es zu was gebracht?

00:03:06: Man überlegt auch kann sich erinnern in der Schule.

00:03:09: Der hat doch immer abgeschrieben, was der ist jetzt CEO bei dem Unternehmen?

00:03:12: Wie kann das denn sein oder was das Aussehen angeht?

00:03:16: Es ist zwar eine oberflächliche Geschichte aber ich erinnere mich selber man sagt, die war doch mal so super oder der hat doch so viel Haare gehabt.

00:03:25: Guck dir mal an!

00:03:27: Wie sind wir gealtert?

00:03:29: Und ganz wichtig ist immer eine Frage am Tisch, wenn man dann sitzt.

00:03:34: Was denkst du Martin?

00:03:34: Du hättest da glaube ich viel zu erzählen!

00:03:36: Ich hätte eine Menge zu erzähln.

00:03:38: Hey bist du verheiratet?

00:03:40: Bist du glücklich?

00:03:41: hast du Kinder wie oft

00:03:42: geschieden?!

00:03:44: Genau, da hätte der Martin einiges zu erzählen.

00:03:47: Das ist natürlich auch wichtig!

00:03:48: Wie sind die Beziehungen weitergegangen?

00:03:50: Ja und natürlich auch das bisschen gucken.

00:03:54: wie wirkt die Person, wirkt sie zufriedener?

00:03:57: hat sie einen Lebensstil, der schon damals so absehbar war?

00:04:02: ich erinnere mich an ein Klassentreffen es ist schon länger her, da war eine Klassenkameradin und dann haben wir so geredet und sag ich ja du weißt ja immer so total stille wasser sind tief Geheimnisvolles und die guckt mich an und sagt,

00:04:16: hä?

00:04:17: Ich geheimnis voll.

00:04:18: Nö war ich nie.

00:04:19: Ich habe nur meine Brille waren nicht richtig eingestellt.

00:04:21: Ich hab immer nie so richtig sehen können musste mich immer so konzentrieren.

00:04:25: also da kommen dann Dinge auf die du von früher überhaupt nicht kannte ist ja.

00:04:30: Und ganz wichtig auch dieser vergleich den wir da so vom Hirn her losstoßen.

00:04:37: Der ist selten objektiv, der ist nämlich emotional sehr verzehrt.

00:04:42: Deswegen finde ich es sehr interessant da mal drauf zu schauen.

00:04:46: Nächster Punkt die soziale Maske wird neu angepasst.

00:04:50: was könnte das heißen Martin?

00:04:52: Ich liebe genau diesen Begriff der sozialen Maske weil es bedeutet ja dass wir es gibt üblichen Fachbegriff dafür das heißt Impression Management.

00:05:01: also bei dem Klassentreffend aktivieren wir automatisch dieses Impression-Management.

00:05:06: Das bedeutet, dass Menschen ja auch häufig unbewusst oder bewusst versuchen... Achtung!

00:05:12: ...erfolgreicher zu wirken sich in einem anderen Licht darzustellen besonders glücklich zu sein.

00:05:18: Oh mein Leben und so weiter und so fort Und vielleicht auch über den Dingen zu stehen So richtig.

00:05:24: ich bin der super coole Typ Ich weiß genau wie das geht.

00:05:29: So kommt man dann in eine, ich würde sagen fast in einen Tanz.

00:05:34: Ja?

00:05:34: Wo jeder versucht natürlich seine guten Seiten ganz besonders zum Glänzen und zum Blühen zu bringen auch wenn es vielleicht gar nicht so im Inneren Haus sieht.

00:05:43: Und Martin, da gibt es zig Filme.

00:05:45: Gerade so amerikanische Filme wo die diese Klassen treffen immer so aufbuschen ja weil der dann Spring Break Revival und whatever... ...und je mehr Alkohol dann getrunken wird umso mehr bröckelt dann dieses soziale Maske und plötzlich sitzen da die Tränen in den Augen und sagen So glücklich bin ich Kali!

00:06:03: Ich bin schon gescheiten oder meine Frau oder what ever.

00:06:06: Wenn wir uns da so treffen am Anfang natürlich versuchen werden bisschen auch einen guten Eindruck zu machen ist ja klar.

00:06:13: Aber da kommen wir nachher dazu, das ist gar nicht immer alles so!

00:06:17: Die Zeitreise im Kopf Vergangenheit versus Gegenwart die beginnt natürlich auch.

00:06:21: ich musste immer an den Filmen denken back to the future zurück in die Zukunft, denen ich geliebt habe in meiner Jugendzeit.

00:06:28: So ein Klassentreffen is ja eine psychologische Zeitbrücke.

00:06:33: mein Gehirn springt ja sofort an und es kann wirklich bestätigen Martin du warst ja auch auf Klassentreffen man ist doch sofort wieder in dem Gedanken.

00:06:41: Damals weiß ich noch, da war ich doch so oder heute bin ich jetzt so.

00:06:47: Aber damals auch vom Anziehen wenn wir überlegen Mensch... Ich war zum Beispiel eher ein Popper glaube ich wurde mir jedenfalls nachgesagt.

00:06:56: Ich fand mich immer höchst cool!

00:06:57: Ich glaub du warst eher die lässige Rocker-Version?

00:07:01: Der

00:07:03: alte Mantel von Papa das gab ja mal unterschiedliche Zeiten aber dann in der Oberstufe schon cool Viel zu cool bin ich gar nicht.

00:07:13: Auf mich hättest du so gewirkt wie wenn du früher cool gewesen wärst!

00:07:17: Ich erinnere mich, weil du sagst der alte Mantel vom Papa... ... ewig gesucht hat.

00:07:23: Das war natürlich in den Achtzigerjahren, dass ich so eine alte verratzte ... ... Wildlederjacke so braun kannst du dich erinnern diese Männerjakken waren?

00:07:32: Ja

00:07:32: cool!

00:07:33: Und dann habe ich endlich auf dem Flohmarkt eine ergattert... ... natürlich so ne richtig verhaude alte Jacke.

00:07:39: und meine Mama hat gesagt Boah die kommt mir nicht ins Haus Wer weiß wo die herkommt.

00:07:43: die musste dann erst mal gereinigt werden aber das war das höchste für mich.

00:07:47: das Futter war zerrissen Meine Mutter war ja Schneiderin die hat mir das genäht.

00:07:52: Das sind so Dinge.

00:07:52: Da denkst du natürlich wieder dran, weil da bist du ganz cool mit dieser Lederjacke.

00:07:56: schwarzer Rollkragenpulli weiß ich noch.

00:07:58: das ist auch eine Verklärung der Vergangenheit ja?

00:08:01: So ein Nostalgie-Schwärmen, so ne Sehnsucht wo?

00:08:06: wenn ich daran denke dann möchte ich gleich zurückspringen und dann wenn ich realistisch bin weiß ich wieder die Schulzeit war schon für mich speziell gerade auch Coming out-Gefühl.

00:08:17: Ich bin ja erst sehr, sehr spät und habe mich geoutet.

00:08:20: Meine Schulzeit war nicht so schön oder meine Jugendzeit also emotional für mich.

00:08:25: die waren natürlich schon okay.

00:08:26: ich hab viel Spaß gehabt aber ich hatte inne mir drin auch immer Selbstzweifel, immer meine Identität.

00:08:33: ist sie denn richtig?

00:08:34: Ich wollte eigentlich auch einen Freund haben.

00:08:36: andererseits wollte doch kein Freund fand ich die Mädchen interessanter.

00:08:40: Also diese ganzen Dinge.

00:08:42: die löst natürlich so ein Klassentreffen aus dass man da wieder dran sich erinnert.

00:08:48: Und obwohl wir im Grunde ja in der Jetztzeit ganz anders sind, fühlen wir uns plötzlich wieder wie früher und setzen uns an den Tisch und beim letzten Klaffenträgen ist es ungefähr ... Warte mal das war glaube ich zwei Tausend Siebzehntin, fast zehn Jahre her!

00:09:02: Ich weiß aber dann sind die Raucher raus und ich habe mich da ein bisschen geärgert dass ich nicht mehr rauche Martin.

00:09:07: Weil ich mir dachte oh das eigentlich war schon cool.

00:09:10: Ist Rauchereck?

00:09:11: Ja nur die Coolen sind ins Raucherek, ich war natürlich dabei.

00:09:16: Ich beginne zu schwärmen in diese Zeit.

00:09:18: Lass uns zum nächsten Punkt gehen, Martin!

00:09:21: Entweder darf ich vielleicht noch einen Punkt sagen das interessant ist bei dem Klassentreffen dass unser Gehirn permanent in so Ping-Pong-Modus ist.

00:09:28: Das ist so.

00:09:29: damals war ich so heute bin ich so und wie sehen mich die anderen?

00:09:33: Also das ist dann auch interessant nochmal zu gucken Wie ist die Reaktion meiner damaligen Community meiner Klassenkameraden auf mich?

00:09:42: Genau diese Mischung, die du vorhin auch beschrieben hast.

00:09:44: Auf der einen Seite ist es manchmal diese Nostalgie aber manchmal sind sie ja auch Selbstzweifel.

00:09:50: Bin ich heute überhaupt noch halbwegs der Mensch den nicht früher war?

00:09:54: Da habe ich einen guten Tipp für euch.

00:09:56: wenn jemand zu euch sagt Du hast dich gar nicht verändert dann ist das übrigens kein Lob.

00:10:01: Das ist ja das Gegenteil!

00:10:05: Das kann man höchstens, wenn er es vom Aussehen her meint.

00:10:07: Aber dann ist das schon ein großes Lob.

00:10:09: finde nach dreißig Jahren!

00:10:10: Du sagst, was sich gar nicht verändert?

00:10:12: Was da auch reingeht... Martin du hast es schon ganz richtig gesagt, kennst du diese Bewertungen die dann einfach automatisch sich abspielen und ich bin überzeugt dass der selbstbewussteste Mensch also ich möchte mal behaupten ich bin sehr selbstbewust aber Auch ich erlebe dann, dass sich natürlich über mich wieder nachdenke.

00:10:33: Ja?

00:10:34: Wie werde ich denn jetzt dort wahrgenommen?

00:10:36: Was denken die denn über mich?

00:10:37: Das machen wir ja im Podcast.

00:10:39: also wir sind ja oder ich vor allem den relativ durchschaubar.

00:10:42: Ich erzähle sehr viel hier in dem podcast.

00:10:45: wenn meine meine Klassenkameratin in meinen podcast hören Dann wissen die ja von meinem jetzigen Leben und Natürlich gehe ich dann rein und denkt mir mensch hören dir den podcast finden die denn jetzt blöd oder gut?

00:10:56: oder?

00:10:57: das ist so eine form sozialer Bewertungsangst.

00:11:03: Die ist sehr verbreitet, wird oft unterschätzt aber die ist da weil die haben wir alle.

00:11:09: Kleines Bändlichkeits-Syndrom.

00:11:11: an dieser Stelle nochmal wirklich echte Erinnerung.

00:11:14: ich fahre zum Klassentreffen meiner zehnten Klasse.

00:11:17: Ich bin vor mit meinem Auto natürlich durch die Wascherlage gefahren.

00:11:21: Ich habe natürlich vorher das Auto natürlich ausgesaugt, ich hab natürlich oben das Armaturenbrett super gewinnt und ich kann mich daran erinnern damals habe ich noch so einen großen BMW STUW gefahren Und das war auch so.

00:11:34: Die anderen sollen ruhig ein bisschen neidisch auf mich gucken.

00:11:36: also auch das Thema der was denken die anderen über meinen Weg?

00:11:40: Das sollte natürlich auch mitspielen weil ist da schon auch ein bisschen posing dabei.

00:11:45: Ja, auf alle Fälle.

00:11:47: Wobei es natürlich jetzt in der Jetzzeit so ist durch Instagram und

00:11:50: Co.,

00:11:51: haste ja teilweise schon noch Leute die das siehst.

00:11:54: aber ich kann bestätigen Es gibt immer viele, die sind richtig abgetaucht Und die siehst du dann nur dann und erlebst wie sie sind.

00:12:03: Dann gibts ein Stichwort auch im Sinne des Klassen-Treffens.

00:12:08: Das nennt sich Die unsichtbaren Lebensbilanzen.

00:12:13: Viele Menschen machen ja innerlich so eine Art Minibilanz.

00:12:17: Also für sich jetzt selber, bin ich da angekommen wo ich wollte, wo ich sein wollte findet vielleicht noch nicht beim ersten oder zweiten Klassen-Treffen statt wenn man dreißig oder fünfunddreißig ist.

00:12:27: aber wenn man in meinem Alter ist überlegt man schon oder wenn man so fuffzig ist habe ich genug erreicht beziehungsweise Das erreicht, was ich erreichen wollte.

00:12:37: Ich bin durch die Schule gelaufen nach dem Abi und habe gesagt, ich studiere!

00:12:42: Und jetzt vielleicht ganz anders unterwegs.

00:12:45: Die andere Frage hab' ich meinen Potenzial genutzt.

00:12:48: Hab' ich übrigens auch ganz oft gehört Martin diesen Satz wenn man sagt Mensch weißt du noch der konnte so gut zeichnen und was ist da geworden?

00:12:55: Der ist jetzt beim Finanzamt.

00:13:00: Ist die Entscheidung der Person?

00:13:01: Da hat keiner reinzureden und vielleicht war es für ihn der Traumberuf.

00:13:05: Aber wir erlauben uns natürlich, diese unsichtbaren Lebensbilanzen auch für andere zu spinnen in unserem Kopf und sagen Mensch, da wäre doch ein viel besserer Künstler geworden!

00:13:16: Wenn ich darauf zurückkommen darf und vielleicht erinnerst du dich aus deinen eigenen Klassentreffen daran, warum ist es denn so?

00:13:22: die Frage nach dem Potenzial?

00:13:24: So wichtig ist das für uns ein eigener Wertmaßstab den wir auch haben weil wir uns dann mit anderen messen?

00:13:30: oder ist es vielleicht die große Überreflektion für uns selber weil wir mit ehemaligen Klassenkameraden zusammen kommen.

00:13:37: Was ist denn deine Perspektive dazu?

00:13:39: Ich glaube einfach, dass wir da auch wieder so nostalgisch unterwegs sind.

00:13:42: So weil wir uns zum Teil... Da waren ja Freundschaften.

00:13:46: vielleicht haben sie auch gehalten?

00:13:48: Vielleicht aber auch nicht!

00:13:49: Das sind so Schul- und Jugendfreundschaften.

00:13:51: Dann wusste man ja so viel voneinander.

00:13:54: Da wusste ich ja Dinge die vielleicht jetzt im Erwachsenen leben jemand anders überhaupt nie weiß.

00:14:03: Keine Ahnung.

00:14:04: Beispiel eine sehr gute Schulfreundin von mir.

00:14:07: Die hatte damals, sogar übrigens im LK Bio hat sie darüber eine Arbeit geschrieben.

00:14:14: Die hatte dann eine Ratte zu Hause weil sie da biologische Experimente also nicht zum Schaden der Ratte.

00:14:19: aber da wurde was gemacht und... Die ist jetzt in dem Ganzen, die hat mit Biologie nichts zu tun.

00:14:23: Die hat eine eigene Agentur, läuft alles wunderbar.

00:14:27: aber das sind so Dinge wo man vielleicht sagt Mensch sie wäre doch super in Biologie aufgehoben gewesen.

00:14:33: oder ich glaube wir bilden uns dann einfach Meinungen.

00:14:38: Ich würde es mal gar nicht Bewertung sagen weil es steht niemand zu den anderen zu bewerten.

00:14:42: Aber wir denken einfach.

00:14:44: mensch damals da hätte ich zu hundert Prozent gesagt Der wird Profifußballer und wurde er aber nicht.

00:14:53: Ob wir unser Potenzial genutzt haben, Martin?

00:14:56: Ich glaube das können wir nur selber wirklich mit uns in unserer Lebensbilanz ausmachen.

00:15:04: Jetzt werde ich ein bisschen nachdenklich.

00:15:05: Ich kann nur sagen wenn ich mich so sehe... Wenn du jetzt der Meinung bist, dass du dein Potential noch nicht genutst und ich bin sechzig Jahre alt.

00:15:13: Ich beginne nicht jeden Tag, immer wieder beginne ich Dinge neu Wo ich merke, da habe ich Potenzial oder das will ich ausprobieren.

00:15:21: Also ihr habt immer die Möglichkeit nochmal Potenzials zu nutzen und freizuschaufeln.

00:15:27: Ja?

00:15:28: Schön neugierig bleiben Leute!

00:15:31: Ja genau ein Klassentreffen aktiviert zwei gegensätzliche Bedürfnisse.

00:15:38: was könnte es sein?

00:15:40: Ich war früher Teil einer Gemeinschaft einer Klassennemeinschaft.

00:15:45: Ich will immer noch irgendwie dazugehören.

00:15:48: Das andere könnte natürlich sein, und Gott ist ja schon ein bisschen Zeit ins Land gegangen.

00:15:52: Aber ich muss mit euch nicht mehr jeden Tag zusammen zur Schule gehen.

00:15:56: Distanz vielleicht?

00:15:58: Ja genau.

00:16:00: Wir verändern uns natürlich, weißt du wir haben dann auch neue Identitäten!

00:16:04: Wir sind ja ganz anders unterwegs und da entwickelt sich Natürlich eine Distanz.

00:16:10: Andererseits, ich habe beim letzten Klassentreffen erlebt wir haben dann so ne Gruppe gebildet mit ein paar fünf sechs sieben Personen.

00:16:18: Wir treffen uns unregelmäßig aber öfter als das Klassentreffen obwohl wir früher relativ wenig miteinander zu tun hatten, mit einem Teil der Personen.

00:16:27: So diese Nähe des Tanz die kann sich auch verschieben ja?

00:16:30: Die Gruppe mit der du vielleicht so dieses Dreier gespannt wir standen immer zusammen auf dem Klassenfoto Wir waren immer zusammen in der Pause!

00:16:36: Wir sind auch die gewesen die im Rauchereck standen und wenn man dann älter wurde Vielleicht haben sie gar nichts mehr miteinander zu tun.

00:16:43: aber andere Gruppen haben sich gebildet hat auch mit sozialen unterschieden zu tun unterschiedlichen Lebenswegen.

00:16:52: Das Interessante ist, also ich bin ja genauso wie du auch schon in der Generation aus den Sechziger Jahren kommenden und bin natürlich auch schon Ende sechzigern.

00:17:01: Da gibt es aber auch Menschen die sind vielleicht einmal bei einem Klassentreffen mit dabei gewesen und haben sich nicht so wohl dabei gefühlt.

00:17:09: Aus welchen Gründen noch immer?

00:17:10: Das kann ja die soziale Zugehörigkeit sein dass sie sagen mein Lebensweg ist nicht wirklich so gelaufen wie ich mir das selbst vorgestellt habe.

00:17:20: Ich schäme mich auch im Kreis meiner ehemaligen Klassenkameraden.

00:17:24: Und die sind dann nie wieder aufgetraucht, also sie sind quasi aus dem ersten Mal mitgegangen das Gefühl der Zugehörigkeit, die alten Emotionen und die alten ja nostalgischen Punkte wieder aufleben lassen.

00:17:35: Dann aber gesagt, ich wurde da vielleicht nicht so wahrgenommen wie ich gerne wahrgenommen werden wollte.

00:17:43: Kann ja auch sein?

00:17:44: Ja!

00:17:44: Und dann sagen und dem setze ich mich nicht wieder raus.

00:17:47: Auch schon alles gesehen.

00:17:49: Das macht mich auch nachdenklich, weil ich weiß dass das ein Thema ist.

00:17:54: Wird auch übrigens oft in Filmen polarisiert dieses Ich will da nicht hin oder die haben mich damals schon nicht gemocht oder gibt ja auch so Komödien wo jemand der eigentlich der Klassen Klauen war oder ganz unbeliebt und der sich dann gemacht hat und plötzlich ganz hervorragend aussieht.

00:18:14: Oder was weiß ich, hat Sport gemacht usw.

00:18:16: Es gibt so viele Dinge und ich möchte euch da draußen aber sagen das sind alles so Oberflächlichkeiten ja?

00:18:22: Und es ist im Grunde sehr egal!

00:18:24: Jetzt kommen wir zu dem Punkt den ich so wunderschön finde nämlich den Reife-Effekt.

00:18:29: weil mit zunehmenden Alter und mit zunemendem Klassentreffen passiert oft etwas sehr Schönes.

00:18:37: Und bei uns, bei meiner Klasse, Klass of Eighty-Six im Dominikus Zimmermann Gymnasium Landsberg.

00:18:45: So muss ich das sagen wir treffen uns dieses Jahr können danach rechnen zum vierzigsten mal nicht zum vierzigsten Mal aber zum vierzigsten Jahres treffen.

00:18:53: und das Schöne dass ich schon das letzte Mal auch erlebt habe Bei uns gibt es ganz wenig Bewertung.

00:19:00: Bei uns gibts ganz viel Akzeptanz ehrliches Interesse untereinander Es gibt ehrliche Gespräche und es ist wirklich sehr entspannt.

00:19:10: Und es ist so viel Herz dabei und so viel Freude, weil du nicht mehr das brauchst.

00:19:15: Was ist aus dem geworden?

00:19:17: Wenn du ein gewisses Alter hast dann ist das auch egal!

00:19:21: Und wenn jetzt jemand kommt den du vielleicht ansiehst da ist die Rente nicht richtig einbezahlt worden und der hat jetzt komische Klamotten an, dass das egal man isst dann zusammen und tauscht sich aus Und es ist sehr, sehr entspannt.

00:19:36: Und gerade bei mir muss ich noch mal raus geben diesen Tenor an meine Klassenkameradien vom Abbi-Ninzehundertsechsten-Achtzig in Landsberg.

00:19:45: Wir haben wirklich eine ganz, ganz tolle... Atmosphäre und im Moment laufen die Einladungen.

00:19:51: Und schon da wird ganz viel geschrieben, untereinander übrigens ein Running Gag Martin jemand hatte schon letztes Mal gesagt wollen wir denn nicht mal Namensschilder verteilen?

00:20:01: Ich tue mir immer so schwer die Leute zu erkennen!

00:20:04: Und dann schrieb jemand zurück ne lasse weil das doch lustig wenn man immer fragen muss Entschuldigung ich weiß nicht mehr genau wer du warst und genauso läuft es bei uns auch ab.

00:20:13: Übrigens kam dann noch eine Idee.

00:20:15: Jemand hat gesagt mach lieber nicht Namenschilder sondern Schilder, wo draufsteht welchen Abschlusskurs du hattest mit welchem Abi du rausgegangen bist.

00:20:24: Dann kam aber auch wieder ich in die... nein das weiß bis jetzt niemand!

00:20:27: Das will ich gar nicht.

00:20:28: und so kam eine lustige Zeit.

00:20:30: also wir hatten schon im Vorfeld so viel Spaß und wir bringen auch immer die alten Bilder mit und nichts ist doch schöner wenn du da sitzt und guckst und sagt wow wirklich bin ich das?

00:20:40: Und ah das war doch der Klassenausflug.

00:20:42: Wir waren damals in Rom.

00:20:44: Das sind einfach wunderschöne Sachen, die da stattfinden.

00:20:48: Und dann ist das Klassentreffen vorbei und ich finde es geht dann noch weiter!

00:20:53: Martin wie ergeht's dir denn wenn du auf so einem Klassentreffen warst?

00:20:56: Ich glaube dass es so dieser Danacheffekt, dass viele Dinge ja nachlaufen.

00:21:02: Das ist manchmal dieses vielleicht innere Nachdenken über Geschichten, die früher passiert sind, die der andere aus einer vollkommen anderen Perspektive heraus erzählt hat.

00:21:10: Über dich selber wo du sagst das war ich wirklich Ja.

00:21:14: und dann schmunzelt man manchmal auch still in sich hinein und sagt, ach so war das damals.

00:21:18: So dieser Vergleich ja früher war das so heute ist das so dass halt dann noch ein bisschen nach ist wie so einen Echo im eigenen Körper Und ich bin sicher das hilft dabei auch das eigene Leben nochmal stückweit zu reflektieren.

00:21:34: also wenn man da jetzt schon auf eine lange gemeinsame Zeit aus der Schulzeit zurückguckt und es ist dann schon dreißigvierzig Jahre her Da ist schon eine Menge Zeit verlaufen und es ist ganz gut dann auch da mal vielleicht ein bisschen inne zu halten, um zu gucken.

00:21:49: Habe ich das gut gemacht?

00:21:50: an der Stelle weniger gut?

00:21:52: Und wo kann meine Neugierde und meinen Antrieb noch etwas neues auf den bis zum nächsten Klassen treffen?

00:21:58: Und ich glaube, es gibt alles dann.

00:22:00: Manche gehen da richtig gestärkt raus und haben richtig Spaß.

00:22:04: das erlebt zu haben erinnert mich noch was ich weiß auch bei manchen Glasentreffen bin ich dann rausgegangen hab mir gedacht Mensch für die Person hast du so geschwärmt eigentlich ist sie gar nicht so toll.

00:22:13: weißt du wenn du dann auch so eine Erkenntnis hast im Nachhinein?

00:22:17: Du gehst also raus irgendwo Dazwischen bist du einfach ja, ob du jetzt irritiert bist.

00:22:23: Ob du gestärkt bist aber du hast was erlebt und ein Klassentreffen.

00:22:27: ich kann es nur sagen Ich gehe immerhin!

00:22:29: Ich bin auch diejenige die meistens mitorganisiert.

00:22:32: Es macht total Spaß.

00:22:34: Und meine Klasse von sixen-achtzig Ich bin wirklich fasziniert weil das ist ein ganz toller Zusammenhalt.

00:22:39: Wir sehen uns zum Teil über diese Jahre überhaupt nicht Aber wenn wir uns wiedersehen Ist wirklich eine Verbundenheit.

00:22:45: da Kann man zu dem Thema eine Reflexionsfrage stellen Martin?

00:22:50: Hast du was vorbereitet, ich weiß es jetzt gar nicht.

00:22:53: Natürlich bin ich gut vorbereitet lieber Angie.

00:22:55: und hier kommt sie.

00:22:56: also wenn Du von einem Klassentreffen zurück kommst Nach welchen Maßstäben bewertest Du eigentlich dein Leben gerade Jetzt?

00:23:07: Bewertest Du erst nach den eigenen Maßstäbens oder nach den Erwartungen von anderen Menschen

00:23:14: Das Klassentreffen Ein ganz besonderer Event im Leben.

00:23:20: Manche gehen nie hin, andere lieben es.

00:23:25: Manchen machen's öfter, manche vielleicht nur ein-zwei Mal in dem Leben.

00:23:29: Fakt ist wer sich traut, wer mutig ist und hingeht wird viel mitnehmen

00:23:35: können.".

00:23:37: Ich hab's ja schon erzählt ich war schon auf einigen Klassen treffen das übrigens auch der Sache geschuldet dass ich zweimal sitzen geblieben bin und dementsprechend bei mehrklassen eingeladen bin.

00:23:48: Aber Spaß beiseite, meine Erkenntnis ist niemand von uns hat den perfekten Lebenslauf denn das gibt es nicht.

00:23:59: aber und das ist ganz wichtig.

00:24:01: jeder hat eine ziemlich gute Geschichte nämlich seine Geschichte.

00:24:06: Und wenn wir ehrlich sind dann ist das vielleicht auch genau der Moment in dem wir merken Wir müssen uns gar nicht vergleichen Wir sind ja längst mittendrin in unserem eigenen Film, in unserem Leben.

00:24:19: Also unser Appell von Martin und mir für euch alle da draußen wenn er vielleicht zögert Und es steht ein Klassentreffen an Geh hin Wenn du Lust dazu hast Zieh an worin du dich wohl fühlst Und lass den Rest einfach passieren Denn am Ende trifft man dort nicht nur alte Klassenkameraden Sondern auch ein sehr interessantes.

00:24:43: Früher ist es ich.

00:24:45: Und das verdient meistens ein sehr, sehr freundliches Lächeln.

00:24:50: Habt Spaß im Leben!

00:24:51: Das war Angie's Talk.

00:24:52: Tschüss!

00:24:53: Mutig und motiviert durchs Leben – das war Angie´s Talk der Motivations-Podcast mit U wie Mood.

00:25:03: Mehr Inspiration gibt es in einer Woche.

00:25:05: Motivation pur.

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